Wir sind mitten in der Programmplanung und freuen uns jetzt schon folgende erste Vorträge, Workshops und Veranstaltungen für den Vierten Weltkongress der Hedonistischen Internationale ankündigen zu können – und es kommt noch viel mehr dazu:
AKT-Group Ukraine
AKT ist eine post-neoistische Gruppe aus der Ukraine. AKT lassen schon mal Farbeier von orthodoxen Priestern segnen und decken damit dann die Parteizentralen der Regierung ein. Auf dem Kongress stellen sie diese und viele andere Aktionen vor und berichten über Kunst und Protest in der Ukraine.
Aktivismus in Georgien
Die georgische Aktivistin Khatia erzählt über Proteste, Aktionen und Aktionsformen in ihrem Land.
Bienen auf dem Balkon
Johannes hält seit einiger Zeit Bienen auf dem Balkon. Mitten in Berlin. Wie das mit den Bienen geht und wie man das alles selber machen kann, erklärt er auf dem Kongress. Und vielleicht bringt er ja sogar was von seinem leckeren Honig mit.
Blow Up Media Spectacle
Die Aktivist:innengruppe “Tools for Actions” baut riesige aufblasbare Objekte, die einerseits als mediale Symbole und andererseits für Spiel und Spaß auf Demonstrationen genutzt werden können. Ob beim Klimagipfel in Mexiko oder beim 1. Mai in Berlin, die Inflatables tauchen weltweit auf. Im Workshop erklären die Aktivisten, wie man sowas baut – und dann auch einsetzt.
Constructing Demo Units
Der “Bauraum für Lowtechideen” zeigt, wie Aktivistinnen mit wenig Budget beeindruckende, leichtgewichtige und mobile Bauwerke für Demonstrationen und Aktionen bauen können. Das ganze wird vor Ort praktisch erprobt.
Measuring and analyzing internet censorship worldwide
Der italienische Hacker Arturo Filasto programmiert gerade eine Software, mit der es möglich ist, Zensurinfrastrukturen und zensierte Inhalte zu erkennen. Dazu werden in den zu untersuchenden Ländern Computer aufgestellt, die systematisch das Netz auf Zensur prüfen. Das Projekt will den Gebrauch von Zensur weltweit öffentlich zu machen. Das Projekt ist Teil des TOR-Projektes, das für Anonymität und Zensurumgehung im Netz genutzt wird.
PAMABAWO!
Die Künstler:innengruppe Pappsatt macht nicht nur großartige Filme, sondern führt in die Kunst des Maskenbauens ein. Masken lassen sich vielfältig einsetzen: zum Beispiel zur Verschleierung der eigenen Identität mit subversiver Absicht – aber auf sympathische Art. Oder für das Spiel mit Stereotypen und Rollenbildern. Oder die Schaffung glamouröser hedonistischeren Anonymitäten für die Karnevale der Genusssucht. Es werden drei grundlegende Methoden vorgestellt um Masken zu basteln, dann wird zusammen geschnitten, geklebt, gekleistert und bemalt.
Social Impact
Social Impact aus Österreich arbeitet an der Entwicklung von Narrationen, d.h. bildhafte Illustrationen, die gesellschaftspolitische Reibungsflächen und Konflikte sichtbar machen. Als “Freunde des Wohlstands” fordern sie, dass das Bankgeheimnis Menschenrecht werden muss, auf Transparenten wird nach der gemäßigten Diktatur gerufen. Und für Afrika werden Gala-Diners mit Schampus im Park veranstaltet…
Ubermorgen.com
Nach der zeitweiligen Loslösung von der von ihm mitbegründeten, sich als Firma tarnenden Künstlergruppe etoy im Jahr 1999 gründete Hans Bernhard zusammen mit Liz die Firma ubermorgen.com. Handlungsfelder von ubermorgen sind Software-Entwicklung, Lizenz-Verträge, angewandtes Design und Beratungstätigkeiten für multinationale Unternehmen sowie Aktions-, Performance- und massenmediale Kommunikationskunst. Ubermorgen bezeichnet seine Aktivitäten als »Media Hacking« und verbreitet seine Inhalte mit »Guerilla-Marketing-Taktiken« bzw. mittels des sogenannten »Schock-Marketing«. Ubermorgen verkaufte im US-Wahlkampf 2000 auf einer Webseite Wählerstimmen an den höchsten Bieter und schuf mit dem Projekt “Google will eat itself” ein Konzept, mit dem sich der Suchmaschinen-Konzern selbst kannibalisieren könnte…
Von den Gewerkschaften lernen – und umgekehrt
Mit Organizing versucht die Gewerkschaftsbewegung in den letzten Jahren wieder in die Offensive zu kommen. Entwickelt wurde die Methode in militanten Kämpfen von Gebäudereiniger:innen in den USA. Dabei geht es um Selbstvertretung statt Repräsentation, um systematische Konfliktorientierung statt Sozialpartnerschaft und in deutschen Kontexten auch um eine Veränderung der Gewerkschaftsapparate. Der Referent arbeitet für eine große Gewerkschaft und macht dort: Organizing.
Wie immer ist das Programm zu diesem Zeitpunkt beta: und es kann immer Änderungen geben.
Der Vierte Weltkongress der Hedonistischen Internationale findet vom 30. Mai bis zum 3. Juni irgendwo zwischen Hamburg, Greifswald und Berlin statt. Karten sind ausschließlich im Vorverkauf erhältlich – also holt Euch die Dinger.